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Der Zoobesuch

 

Da ist er ja… Schau ihn dir an. Dieser Bär… steht dort ganz gelangweilt in seinem Käfig und schaut sehr gelangweilt aus. Sein mächtiger Körper auf etwas zu kurz geratenen Beinen. Er müsste etwas größer sein um ihn pummelig nennen zu können. Das braune Fell wird passend zur Jahreszeit länger und dichter. Zottelig hängt es an ihm herunter. Ob er noch größer wird? Ich glaube kaum er scheint ganz ausgewachsen. Und vielleicht wirkt auch deswegen dieser Käfig etwas zu klein geraten. Ich kann mir gut vorstellen wie er draußen umherstreift, ohne Angst und ohne Feinde. Ganz allein in der Natur auf der Suche nach etwas von dem nur er weiß was es ist.

Die Augen sitzen tief in den Höhlen, über der großen Nase die rund im Gesicht sitzt, und schauen etwas müde auf die Welt die an seinen Pupillen vorbei hetzt. Keine Reaktion auf die Dinge die passieren Es scheint ihn nicht zu rühren das sich die Erde ohne ihn weiter dreht. Unmotiviert kann man sagen. Er will vielleicht gar nicht raus. Er hat keine Angst, da bin ich mir sicher, aber so etwas wie Respekt könnte man sagen. Er wiegt sich einfach in der Sicherheit er kann wenn er nur will. Er schiebt es immer einen Tag weiter, nur um nichts zu wagen. Er sagt sich wahrscheinlich: „ Natürlich kann ich über diesen Graben springen und mein Leben so leben wie ich möchte. Doch was kann ich verlieren? Sicherheit, Beständigkeit…Lieber nicht ich bleibe hier.“ Vielleicht wartet er aber auch nur auf den richtigen Zeitpunkt um zu gehen um durchzustarten. Er hat sicher große Pläne. Er weiß wo er hin will und er weiß vor allem wie er es erreicht, es ist einfach nur noch nicht die Zeit. Er braucht nur einen Anreiz, eine Chance oder eine offene Käfigtür. Oder rede ich mir dass nur ein? Er will nicht weg. Er ist feige…er hat aufgegeben. Sagt sich, dass seine Chance vertan ist. Sie war da und er hat sie verstreichen lassen wie schon so viel. Vielleicht denkt er gar nicht. Vegetiert vor sich hin. Ohne Verstand. Einfach nur am leben, essen, trinken und auf den nächsten Tag warten und dann irgendwann sterben.

Schau mal einer an. Kaum habe ich das gedacht blickt er mich direkt und durchdringend an. Vielleicht ist da doch etwas. Nein, ganz sicher ist dort etwas…er will mir etwas sagen nur ohne Worte. Eine Bitte, ein Befehl und Frage zugleich. Doch warum mache ich mir Gedanken? Es lohnt sich doch nicht. Es gibt wichtigere Dinge. Das Leben ist hektisch genug. Die Arbeit und die alltäglichen Probleme. Die wenige Zeit die ich habe verbringe ich mit denen die ich liebe und dann bleibt kein Platz für andere Sachen. Nenn mich doch egoistisch, denk was du willst, aber ich bin hier und du bist nur dort. Du kannst mir gar nichts. Ich schaue dich an und du wirst angesehen. Oder ist  doch anders herum? Es ist doch auch egal. Du kannst mich nicht dazu bringen mich zu ändern. Ich sage wo es lang geht. Wenn ich mich eines Tages dazu entschließe doch die Dinge zu machen um die du mich bittest dann werde ich es machen, aber auch nur weil ich es so will.

Was erwartest du jetzt ? Ich kann nicht glauben, dass du denkst du kannst mich mit diesem Blick erweichen. Ich kenne ihn und ich weiß wie ich dagegen immun werde. Und doch habe ich Mitleid mit dir. Ich habe schließlich die Möglichkeit etwas zu ändern. Egal was ich will, ich kann es erreichen und vor allem kann ich auch die Welt um mich herum verändern und die Menschen dir in ihr leben. Ich weiß dass möchtest du auch. Du willst nicht vergessen werden. Du willst einen Unterschied machen. Und doch sitzt du nur dort und machst nichts. Dein Kopf hängt schwer und die Schultern sind schlapp. Du schiebst es auf die Umstände. Du machst einfach nicht den ersten Schritt… kannst du nur nicht? Du kannst nicht!

Ich denke ich habe verstanden was du sagen willst. Ich werde mir mehr Gedanken machen, ich werde mich um andere kümmern, und vielleicht das wichtigste: Ich werde die Dinge machen die ich möchte und mir damit etwas Gutes tun. Aber erst ab morgen…Jetzt erst mal weg von Spiegel im Flur und auf in den Zoo, die machen heute früher zu…

 

Copyright und alle anderen Rechte bei Till Michalek

15.1.09 10:53


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