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Sommergewitter

 

Tropfen klatschen auf die Frontscheibe. Dumpf dringen die Geräusche in das Innere des Wagens. Der Scheibenwischer arbeitet ruhig und gleichmäßig. Die Schweinwerfer suchen die Straße nach Hindernissen ab und finden doch nur den nassen und glitschigen Asphalt. Wolken haben sich aufgetürmt, ihre Schattierungen werden durch dahinter niedergehende Blitze immer wieder an den Himmel gemalt. Ich habe dich verloren.

Ich folge dem Weg vom Parkplatz am Feld entlang. Ich bin schon lange nicht mehr durch den Regen gegangen. Ich versuche mich an das Gefühl von feuchten Klamotten auf meiner Haut zu erinnern. Allein in der Welt und den Elementen ausgeliefert. Schritt für Schritt durch die Nacht und die harten Tropfen. Meine Haut wird langsam kalt. Wie eine fremde Schicht, die meinen Körper eng umgibt. Ich beginne zu frieren und merke es nicht. Meine Lippen blau und offen, meine Zunge schmeckt den Regen. Ich will dich vergessen.

Der feuchte Sand unter meinen Füßen ergibt sich und lässt meine Spuren für einen Moment stehen ehe der Regen sie zerstört. Die Tropfen zerspringen auf Blättern, Steinen und Pfützen und umgeben mich mit lautem Prasseln. Die Luft ist so warm, dass ich sie spüren kann wie sie in meinen Lungen herumgewälzt wird, um dann wieder herauszuströmen mit jedem schwerfälligen und erschöpften Atemzug. Aufblitzende Schatten verfolgen mich, nur um mich dann sofort im Stich zu lassen. Du wirst mich nicht finden.

Meine Knie auf den harten Boden und die Steine stechen durch meine kalte Haut. Ich kann mich nicht erheben, Ich kann mich nicht rühren. Ich lehne mich zurück um die Tropfen im Gesicht spüren. Hier werde ich bleiben, obwohl ich woanders sein könnte. Als ich zu Seite kippe und die Kiesel hart an meiner Schläfe spüre muss ich lächeln. Wer hätte gedacht, dass ich nicht mehr weinen muss. Der Mond schiebt sich langsam hinter einer Wolke hervor, als wolle er nicht verpassen was passiert. fahle Schatten umgeben mich. Wortlos starren sie mich an und keiner wird mir helfen. Du hast mich immer begleitet.

Ich drehe meinen Kopf und schaue in den Himmel. Die Wolken scheinen sich ein letztes Mal zu öffnen, um noch einmal ihre Tropfen auf mich niederprasseln zu lassen. Sie treffen mein   Gesicht, doch ich spüre sie nicht mehr. Donner durchfährt die Stille und scheinbar im selben Moment verschwindet der Mond und nimmt seine fahlen Zeugen mit sich. Ich spüre mein Herz und wie es schlägt und versucht das heiße Blut in meine kalten Glieder zu pumpen. Ich höre seinen Rhythmus und wie er langsamer und schwächer wird. Ich werde dich vermissen

Und plötzlich wird es leise. Ein durchsichtiger Schleier schwebt in der Luft. Dumpf dringen die Geräusche an mein Ohr. Ich höre wie die letzten einzelnen schweren Tropfen zu Boden gehen. Sie zerspringen mit leisem Singen auf dem Boden. Doch sie verstummen nicht. Es wird lauter und schriller. Das Klagelied der letzten Tropfen, das letzte das ich höre. Und dann steht die Zeit still.

Du bist doch noch gekommen. Versuchst mich aufzurichten, doch du bist nicht stark genug. Nicht mehr nach all der Zeit. Du weinst, doch es gibt keinen Grund. Deine Küsse können mich nicht retten und deine Tränen kann ich nicht mehr wegwischen. Du bist nur noch ein Schleier und deine Schreie kann ich nicht verstehen. Du wusstest was passieren würde und bist doch immer bei mir geblieben. Ich habe dich vernachlässigt und schlecht behandelt. Du hast mir nie verziehen und doch bist du hier. Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin, dass du bei mir bist. Jetzt wo alles zu einem Ende kommt, und ich erkenne, dass du alles bist, was ich je besessen habe. Du bist meine Liebe, meine Hoffnung… Ich danke dir, ohne dich wäre nichts gewesen. Meine Hoffnung, du hast mich nie verlassen

 

Alle Rechte bei Till Michalek

22.5.09 22:26


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